Unser Haus – Am Nordplatz

Gegenwärtig wird in Altenburg-Nord der sogenannte Nord-Platz umgebaut. Flankiert wird dieser Platz unter anderem von drei leerstehenden und mit der Zeit verfallenden Gebäuden. Eines ist die ehemalige Kaufhalle, in einem weiteren doppelstöckigem Gebäude befand sich einmal eine Apotheke, die „Neue Arbeit“ und auch eine Praxis und das längliche Gebäude wurde zu letzt von einem „An- und Verkauf“ genutzt.

Dieses dritte und längliche Gebäude verfällt zwar zusehends, eignet sich aber durch seine flache, ebenerdige Bauweise und durch seinen Schnitt hervorragend für kreative Projekte.
Wir hätten hier die Möglichkeit unsere eigene Ideenwerkstatt zu schaffen, eine Location für verschiedene Veranstaltungen und einen Treffpunkt für den Alltag – mitten in Altenburg-Nord.

Warum aber Altenburg-Nord?
Warum gerade dieses Gebäude?
Was wären denn die Möglichkeiten?


Mit der Farbküche, dem Paul-Gustavus-Haus (PGH), der Roten Zora und zukünftig dem Stadtmensch-Projekt gibt es bereits einige privat organisierte Kulturräume in Altenburg. Diese befinden sich aber allesamt im Zentrum der Stadt. Damit gibt es schon in der Altstadt ein buntes und vielfältiges Angebot. Andere Stadtteile sind mit solchen Angeboten aber leider unterversorgt. Auch wenn alle Altenburger ins Stadtzentrum fahren können, werden andere Stadtteile im Vergleich zum Zentrum durch das Fehlen solcher Angebote unattraktiver. Gerade Plattenbausiedlungen, welche oft als Stadt in der Stadt konzipiert wurden, leiden stark unter dem Rückbau von Infrastruktur und Angeboten.
Kurz gesagt: Wir dürfen die Menschen in Altenburg Nord (und auch in Süd-Ost) nicht vergessen.

Nordplatz von Oben; „Unser Haus“ in Rot;
Quelle: maps.google.com

Ein weiterer Grund, warum es ausgerechnet Altenburg-Nord sein soll, ist das Haus selber. Es liegt nicht nur günstig mitten in der Wohnsiedlung, sondern auch zukünftig an einer neuen Parkanlage.
„Nordplatz 12“ hat eine recht große Grundfläche, welche durch einige Trennwände aufgeteilt wird. Trotz der Größe hat es nur eine Etage und ist zusätzlich ebenerdig an der Vorderseite, wodurch es nicht nur leicht ist es barrierefrei zu gestalten, es bietet damit auch den größtmöglichen Spielraum.

Durch die Separierung und durch mehrere Eingänge, ist es zum einen sehr leicht möglich, nur ein Teil des Gebäudes zu nutzen, falls es mehr nicht bedarf. Zum anderen erlaubt diese bauliche Besonderheit auch das Betreiben verschiedener, voneinander unabhängiger und getrennter Verwendungen des Gebäudes. So könnte ein Teil beispielsweise als Werkstatt genutzt werden, ein anderer Abschnitt als Konferenz- und Vorlesungstrakt und in einem dritten Abschnitt könnte eine Bar oder ein Café betrieben werden.

Der Rollladen bieten die Möglichkeit für einen Straßenverkauf und die Hintereingänge dienten wohl mal der Anlieferung, der Versorgung und als Laderampe. Obendrein liegt das Gebäude direkt an einer Straße und lässt sich direkt anfahren.

Auch wenn gewiss nicht alle Möglichkeiten, die das Gebäude bietet, genutzt werden, so zeigt die Auflistung doch dessen Vielseitigkeit.
(Ich werde mich darum bemühen, eine bessere Galerie für die Bilder zu finden, welche es auch erlaubt die Bilder größer darzustellen.)

Als ich das Gebäude sah, musste ich an die Hackerspaces denken, in denen ich bisher war. Ein Hackerspace entstammt der Hacker- und Nerdkultur und kann als „erweitertes Wohnzimmer“ verstanden werden. Den Bedürfnissen von Hackern, Bastlern und Phantasten längst entwachsen, dienen sie mit der Weile all jenen als gemeinschaftlicher Erlebnis- und Gestaltungsraum, welche nicht nur an ihren eigenen Ideen im eigenen Hobby-Keller basteln wollen, sondern zusammen mit anderen ihre Ideen weiterentwickeln und umsetzen möchten. Bereits das PGH kann als ein solch erweitertes Wohnzimmer verstanden werden.
Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei folgender Podcast empfohlen.

Eine Liste samt Karte zeigt die Verbreitung von grundverschiedenen Hackerspaces.

Hachspaces in Europa
Quelle: hackerspaces.org

(Auch die folgende Galerie mit Bildern von verschiedenen Hackerspaces wird alsbald modernisiert.)

Neben all den Möglichkeiten, welche uns zur Verfügung stehen, hier mal eine kleine Vorschlagsliste:

  • Bar/Späti: Im Grunde ist es in Nord fast unmöglich mal abends ein Bier trinken zu gehen. Ein Späti ist in Großstädten kultur- und stadtbildprägend und der Begriff des „Cornerns“ (an der Ecke Sitzen und ein Bier trinken) ist bereits alltäglicher Sprachgebrauch.
    Wenn wir das wollen, könnten wir uns dort eine eigene Bar oder einen Späti vereinsmäßig und je nach bedarf betreiben. So wäre „Nordplatz 12“ nicht nur ein beliebter Treffpunkt in Nord, sondern auch eine Finanzierungsmöglichlichkeit für den Verein und den Betrieb des Gebäudes.
  • Café: In Nord kann man zwar einen Kaffee trinken gehen, dies aber nur bei Lidl oder Kaufland. Mal abgesehen vom begrenzten Charme ist gerade für ältere Menschen in Nord der Weg zu weit. Wenn wir in geselliger Atmosphäre und bei einem selbst gestaltetem Ambiente Kaffee und Kuchen genießen möchten, wäre dies für uns dort möglich.
  • Die Idee weiter gedacht, wäre es auch möglich eine gemeinschaftliche Küche für verschiedene Kochveranstaltungen zu betreiben. Gerade der geflieste Ostteil des Gebäudes ist dafür Ideal. Mit der „Küche Für Alle“ (KüFA) gibt es bereits ein derartiges Projekt in Altenburg. Man könnte mit der KüFA zusammenarbeiten oder ein zusätzliches Angebot schaffen.
  • Freifunk: Die Idee des Freifunks hatte ich hier bereits vorgestellt und selbstverständlich bietet es sich an auch den Nordplatz damit zu versorgen. Natürlich könnte das Haus auch als Treffpunkt und Werkstatt für eine Freifunk-Community in Altenburg dienen.
  • Das Gebäude selbst kann natürlich auch als Inkubator für weitere Projekte und Ideen dienen, indem ein Teil als Konferenz- und Vortragsraum genutzt wird.
  • Natürlich bieten sich einige Räume auch als Proberaum für Bands oder gar für Konzerte an.

Wem das Konzept des „Spätis“ oder „Spätkauf“ nichts sagt, dem sei folgendes Video von arte – Karambolage empfohlen.

Das Entscheidende sind aber nicht die Ideen, sondern dass man die Möglichkeit hat sie umzusetzen. Jedes Projekt lebt von Mitmachen und jede Idee ist toll, welche umgesetzt wird. Das wäre mit diesem Haus möglich. Lasst es uns nach unseren Willen gestalten und mit Leben füllen.

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